Tipo vs Rost


Ein Erfahrungsbericht mit kleiner Anleitung zur Beseitigung der typischen Roststellen des Tipos


Man findet sehr häufig, gerade bei Verkäufen, den Ausspruch, der Tipo sei "vollverzinkt". Das entspricht nicht der Tatsache! Teile wie Dach, Motorhaube und Türen weisen keine Verzinkung auf, im Gegensatz dazu jedoch die meisten Bereiche der Rohkarosse, die durch eine dünn aufgebrachte Zinkschicht zusätzlich gegen Rost geschützt sind. So bleibt der Tipo auch länger als andere Fahrzeuge von schweren Durchrostungen verschont, was allerdings keineswegs heist, dass der Tipo NIE rostet. Dieser Bericht soll helfen, die Schwachstellen des Tipo offenzulegen, und so den Besitzern ein rechtzeitiges Eingreifen zu ermöglichen oder nach einem Gebrauchtwagenkauf keine bösen Überraschungen erleben zu müssen.

Die Radläufe hinten


Besonderes Augenmerk sollte man im Kofferraum auf den Übergang von Innenkotflügel auf das Bodenblech richten:



Wenn der Rost einmal so weit gewuchert ist, hilft nur noch ein Schweißgerät. Man erkennt diese Roststelle von innen sehr spät, da die Nahtstellen mit Karosseriedichtmasse versiegelt sind. Daher sollte man diese Stelle von außen rechtzeitig in Augenschein nehmen.



Um hier vorzubeugen, sollte der von außen aufgebrachte Unterbodenschutz geprüft und gegebenenfalls neu aufgetragen werden. Leicht angegriffene Stellen sollten bis auf das Blech rostfrei abgeschliffen und anschließend neu grundiert werden, bevor neuer Unterbodenschutz aufgetragen wird.

Der Kofferraumboden


Im Kofferraum werden die seitlichen Teppiche mit jeweils drei Plastikstopfen am Unterboden festgeklipst. Die Löcher, in denen diese Klipse stecken, sind nur unzureichend von unten gegen Spritzwasser geschüzt, so dass sich um die Bohrungen ungehindert der Rost breitmachen kann.




Auch hier gilt: rechtzeitig erkannt, einfach gebannt. Am besten nimmt man hier einen Dremel zu Hilfe, damit man den Innenraum nicht unnötig mit Roststaub verunreinigt. Nachdem die Stellen bis auf's Blech blankgeschliffen worden sind, werden sie grundiert und dann lackiert. Da hier später der Teppich wieder eingelegt wird, braucht man in dem Fall kein gelernter Lackierer zu sein.




Ein weiteres Rostnest befindet sich ebenfalls im Kofferraum, und zwar in den Ecken unter den Rücklichtern. Dort befinden sich, bei Fahrzeugen mit Schiebedach, die hinteren Abläufe. Diese Löcher sollten auch genauestens in Augenschein genommen werden.




Das Heckblech


Wer lange Spaß an seinem Tipo haben möchte, der schaut auch mal unter seiner Heckstoßstange nach. Die dort befindlichen, viereckigen Löcher, die eine Art Schwingungsdämfer halten, bieten der "braunen Pest" auch eine gute Nahrung.





Fortsetzung folgt!


Vielen Dank an Varesotto der uns diesen Beitrag verfasst und zur Verfügung gestellt hat!


Anmerkung: Es ist nicht zwingend, daß jeder Tipo an jeder hier genannten Stelle einen Rostbefall aufweist! So kommt es sehr auf den Pflegezustand an und wo der Wagen die meiste Zeit geparkt wird, ob er einen Unfall hatte und wie dieser repariert wurde usw... Auf jeden Fall rentiert es sich, will man den Wagen erhalten an den Stellen nachzuschauen, die wir hier nennen, sowie beimm Gebrauchtwagenkauf, keine Frage.
Bei der Rostbekämpfung können auch sog. Rostumwandler eine große Hilfe sein, wobei man sich vorab bei z.B. Oldtimerforen informieren sollte, welche Mittel gut sind und welche nicht zu gebrauchen sind.

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@2000-2006 by eric & shar